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Welche Kalligraphiefeder soll ich nehmen?

Oft werde ich von Kunden gefragt, welche Kalligraphiefeder wofür eingesetzt wird und welche sich besonders für Anfänger eignen. Deshalb möchte ich mit Ihnen eine kleine Exkursion in die Welt der Kalligraphiefedern machen. Allerdings werde ich an dieser Stelle nicht bis an die Anfänge der Schreibgeräte zurückgehen - dafür würden wir etwas mehr Zeit benötigen, denn bereits die Ägypter schrieben mit Metallfedern, die sie auf Federkiele oder von Hand geschnitzte Röhrchen steckten. Die letzte in Ägypten gefundene Schreibfeder ist aus Kupfer und lässt sich auf das 13. Jhr. v.Chr. zurück datieren. Aber darüber an anderer Stelle mehr.

Die moderne Metallfeder verfügt über einen kleinen Tintenspeicher, der einen gleichmäßigen Schreibfluss ermöglicht. Die Federn sind außerdem genormt, so dass sie auf jeden beliebigen Federhalter passen. Einzige Ausnahme bildet die Röhrchenfeder – sie ist so klein, das sie lediglich auf den speziellen Röhrchenfederhalter passt. Hier gibt es so komfortable Exemplare, die über einen Hebel verfügen, mit dem die Feder fixiert und auch wieder gelöst wird!

Ich arbeite am liebsten mit den Qualitätsfedern von BRAUSE® Kalligraphie, aber auch J.HERBIN® und HIRO LEONARDT® und STANDARDGRAPH® stellen sehr gute Metallfedern her. Diese Hersteller prägen ihre Federn mit der entsprechenden Bezeichnung und ihrem Firmennamen bzw. Logo – auf vielen Metallfedern von BRAUSE findet sich ein Hahn. Besonders erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass die Firma BRAUSE ihre Metallfedern nach wie vor in Deutschland produziert und das, obwohl sie mittlerweile einem französischen Konzern angehört!

Sogenannte No-Name-Federn kommen meist aus asiatischen Billigproduktionen. Leicht zu erkennen an dem dünnen Metall, welches sich schnell verbiegt und meist über das Papier kratzt. Nicht empfehlenswert und daher in meinem Shop nicht zu finden …

Allen Kalligraphiefedern gemein ist jedoch, dass sie im Laufe der Produktion leicht gefettet werden. Sie müssen sie vor dem ersten Gebrauch unbedingt entfetten. Üblicherweise reicht dazu ein Tropfen Spüli und warmes Wasser.

Doch welche Feder wird nun wofür eingesetzt?

Am gebräuchlichsten ist die 2-teilige Bandzugfeder,auch Wechselzugfeder genannt. Sie eignet sich für gotische Lettern und rundbogige Schriften, wie sie vielfach bei Urkunden und Zertifikaten eingesetzt werden. Aber auch für Anfänger ist sie sehr gut. Die rechts angeschrägte Spitze ermöglicht Wechselzüge und ergibt ein markantes, unverwechselbares Schriftbild. Die Überfeder kontrolliert den Farbfluss und dient gleichzeitig als Tintenreservoire. Befüllen Sie die Bandzugfeder schräg seitlich mit Hilfe eines Pinsels.

Die Pfannenfeder ist eine links angeschrägte Bandzugfeder und speziell für Linkshänder. Erhältlich in den Breiten 1 mm, 1,6 mm, 2 und 3,2 mm. Diese Kalligraphiefeder hat keine aufgesteckte Überfeder, sondern einer Delle in der Feder, welche als Tintenreservoire gilt.

Spitzfedern sind stählerne Schreibfedern, die über eine besonders harte und gespaltene Spitze verfügen. Daher eignen sie sich in erster Linie für die englische Schrift Anglaise, sowie für Fraktur. Es erfordert eine gewisse Übung mit ihr zu schreiben. Denn wird sie nicht im richtigen Winkel gehalten, kann das Papier zerreißen oder aber es gibt unschöne Tinten Spritzer. Auf Grund ihres geringen Fassungsvermögens muss die Feder oft in die Tinte getippt werden. Sie wird, je nach Hersteller, in verschiedenen Stanzformen angeboten.

Die Kalligraphie Zeichenfeder ist für exakte Zeichnungen und besonders feine Kursivschriften. Sie ist aus hochwertigem Federbandstahl und erstaunlich elastisch.

Die Zeichenfeder Cito-fein wird auch gerne als Schreibfeder eingesetzt, da sie weniger spitz zuläuft als andere Zeichenfedern. Sie eignet sich besonders gut für Ornamente, Kursivschrift und Druckschrift bzw. Script.

Die Ornamentfeder ist gleich unter mehreren Namen bekannt. So wird sie auch Zierschriftfeder, Schnurzugfeder, Plattenfeder und/oder Redisfeder genannt. Sie ist mit einer Platte und Überfeder bedeckt und wird vor allem für Überschriften, Blockschriften und Ornamente verwendet, weil sie einen gleichmäßig starken Schnurzug ermöglicht. Die so entstehenden "runden" Buchstaben erfordern allerdings eine sichere Strichführung.

Für besonders breite Schriftzüge werden Plakatfedern verwendet. Diese Feder nimmt sehr viel Tinte auf, was bei derart großen Buchstaben auch sinnvoll ist, um nicht mitten im Schreibfluss neu ansetzen zu müssen.

Die Stenofeder ist eine hochelastische Schreibfeder mit sehr feiner Spitze und daher ideal für die englische Schrift Anglaise und für Zeichnungen.

Die Hatat Feder hat eine abgeflachte Spitze und eignet sich daher ideal für hebräische Kalligrafie, arabische Kalligrafie und andere Rundschriften. Aber auch von Linkshändern wird sie gern eingesetzt.

Die Schülerfeder ist ebenfalls eine Schreibfeder, abermit ihrer feinen Spitze ideal zum Schreiben und Zeichnen.

Eine Notenlinienfeder oder Notenfeder ermöglicht es Ihnen, fünf parallele und somit gleichmäßige Notenlinien zu schaffen. In früheren Jahrhunderten war dies eine sehr gängige Kalligraphiefeder. Heute wird sie mehr zum Dekorieren von Texten benutzt.

Die Fingerfeder ist eine Motivfeder undgehört zu den Schreibfedern. Sie hat eine mittelfeine, halbelastische Spitze. Mit ihrem großen Tintenspeichervermögen ist sie perfekt geeignet für eine exakte Strichführung, wie z.B. bei der englischen Schrift Anglaise oder der Kursivschrift.

Die Röhrchenfeder ist kleiner als alle übrigen Kalligraphiefedern und hat eine extra feine Spitze. Diese ermöglicht akkurate Strichzeichnungen und filigrane Arbeiten wie z.B. bei der Portraitmalerei. Die Röhrchenfeder passt nur in die speziellen Röhrchenfederhalter.

Rosenfedern gehören zu den Schreibfedern. Sie sind besonders hart und eignen sich für Druckschriften. Den Korpus ziert eine Rose.

Hier seien nur die gängigsten der vielfältig eingesetzten Kalligraphiefedern genannt. Alle Modelle müssen immer gut getrocknet werden, damit sie nicht rosten.

Was die Kalligraphie Federhalter betrifft, so dürfen Sie diese ganz nach Ihrem Geschmack wählen. Das Angebot ist groß und reicht von Holz über Metall oder in Kombination bis über Kunststoff und Glas, eben oder strukturiert, uni oder bunt, geölt oder lackiert.

Jeder Federhalter enthält einen Metalleinsatz, den Globus, der an einer Seite offen ist. An dieser Stelle setzen Sie die Feder ein und schieben sie entlang der Rundung, bis sie fest sitzt.

Bitte reinigen und trocknen Sie den Federhalter nach Gebrauch gut. Vor allem die Exemplare aus Holz, da sie sonst aufquellen und die Freude an ihnen nicht lange währt.



Kalligraphie für Einsteiger und Anfänger

Gerade Einsteigern stellt sich oftmals die Frage, welches Material sie für das Kalligraphieren benötigen. Einerseits möchten sie natürlich das richtige Werkzeug zur Hand haben, andererseits möchten sie aber gerade zu Beginn noch nicht all zu viel Geld ausgeben, weil sie vielleicht noch nicht sicher sind, ob es das geeignete Hobby für sie ist.

Ich möchte Ihnen nun ein paar Tipps geben, welche Materialien Sie für die Kalligraphie benötigen. Am Anfang reichen einige wenige Werkzeuge. Da wären:

    ·Kalligraphie Federhalter

    ·Kalligraphiefedern Set

    ·Kalligraphiepapier

    ·Tinte

    ·Pinsel

    ·evtl. ein kleines Gefäß zum Umfüllen der Tinte

Es gibt eine Vielzahl an Kalligraphiefedern. Besonders gut eigenen sich für Einsteiger Bandzugfedern, da sie der Feder eines Füllers ähneln. Allerdings möchte man ja gerade am Anfang viel herum probieren. Daher empfehle ich immer gerne ein Kalligraphie Set.

Hier gibt es verschiedene Varianten. Die einfachen enthalten Kalligraphiefedern einer Art und einen Federhalter. Andere beinhalten sortierte Federn plus Federhalter plus Pinsel plus Tinte plus Anleitung wie z.B. das große BRAUSE Kalligraphie Set Nr. EX149B.

Die Wahl des Kalligraphie Papiers ist nicht unwichtig für das gewünschte Ergebnis. Allerdings gehen die Meinungen darüber, welches Papier nun das richtige ist, weit auseinander.

Solange Sie Form und Rhythmus üben möchten, reicht ein handelsübliches Papier, welches aber nicht zu glatt und nicht zu rau sein sollte. Aber auch Kraftpapier eignet sich hier gut, da es Ihnen genug Fläche zum Üben bietet.

Möchten Sie ein kalligraphisches Werk erstellen, z.B. Einladungskarten, Tischkarten etc., kommt es ganz auf das gewünschte Ergebnis an, aber natürlich auch auf Ihren Geschmack, für welches Papier Sie sich entscheiden. Am geeignetsten sind Vergépapier und Velinpapier.

In kommenden Artikeln werde ich mehr zu den einzelnen Materialien wie Papier, Malgründe, Tinte, Tusche und andere geeignete Farben, Kalligraphie Pinsel und Kalligraphie Stifte sowie natürlich die Kalligraphie Federn uvm. schreiben.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne per Email oder über das Kontaktformular an mich!